Ich rege mich nicht auf, dass sich bereits seit ein paar Wochen Spekulatius in Süßigkeitenregale drängeln und mich die Nikoläuse feist angrinsen, während ich im Sommeroutfit an der Kasse schwitze. Ich bleibe taktisch und überlege, wie ich sinnvoll dieser Aluminium-Attacke, Herr werden kann. Der Weihnachtsmann der am höhnischsten lacht, tüte ich direkt ein und schmelze ihn zu hause als Kakao ein. Ho-Ho-Ho. Auch die Dominosteine habe ich mitgenommen. Die dicken klebrigen Würfel passen so gar nicht zwischen meinen Weingummi-Vorrat, komplett bestehend aus leichten, frischen Sommer-Editionen. Die Schaumkuss-Box bringt mich auf eine Idee. Schlechte Idee – Dominostein-Brötchen schmeckt nicht.

An dem Weihnachtsmann hingen zwei kleine rote Christbaumkugeln. Habe mal gesehen, wie sich jemand daraus Ohrringe gebastelt hat. Eine halbe Stunde später stehe ich vor dem Spiegel und erwarte von mir Gedanken wie: "Mensch, dass sieht ja wirklich total super aus und so einfach gemacht -und wie die glänzen!". Statt dessen denke ich "ich stehe vor dem Spiegel, zwei Weihnachtskugeln hängen starr neben meinem Gesicht und spiegeln meine Mundfalten in jede Richtung. Ho-Ho-Ho".

Mein Fazit: Weihnachten ist nur zu Weihnachten zu gebrauchen. Sonst hieße es Herbst

(Kristine Horbach)