Ich muss zugeben: Ich LIEBE Spargel! Jedes Jahr freue ich mich wie eine Schneekönigin auf die ersten weißen Stängel bei Frau Fritze auf dem Wochenmarkt. Dann juckt es mich sofort in den Fingern, auch die überteuerten schon zu kaufen.

Den ersten Spargel hatte ich also schon Ende März – ganz spontan beim Einkaufen blickten mich 500 g Spargel im Supermarkt freundlich an: „KAUF MICH, KAUF MICH!“ flüsterten sie unaufhörlich. Zwar war es noch kein deutscher Spargel, aber der spanische ist auch nicht schlecht, dachte ich. Schwups, landeten sie im Einkaufswagen. Wie von Sinnen suchte ich beim Billigdiscounter nun nach Sauce Hollandaise – nix zu finden. Es war einfach noch zu früh. Aber ohne Sauce Hollandaise ist Spargel wie Pommes ohne Majo – total langweilig. Also auf zum teuren Supermarkt (im strömenden Regen, aber was tut man nicht alles für Spargel) – die haben so etwas immer. Am Abend genoss ich also den ersten Spargel  - und aus lauter Übermut machte ich aus dem Spargelwasser und ein paar Stücken vom Ende jedes weißen Stängels noch einen Pott Spargelsuppe für die nächsten Tage – verfeinert mit leckeren Klößchen. Ich war glücklich – zumindest die kommende Woche war für Spargel satt gesorgt!

Am letzten Wochenende nun wollte ich unbedingt wieder Spargel haben – nun ja, die Wahrheit ist eigentlich, ich könnte die ganze Zeit Spargel verputzen. In meinem alten Job gab es in der Kantine jedes Jahr Spargelwochen. Mit dem Ergebnis, dass ich es sage und schreibe mal zwei Wochen geschafft habe, jeden Tag Spargel zu essen!

Letztes Wochenende war ich also mit meinem Freund bei seinen Eltern. Wir wollten Samstagabend Essen gehen. Ich schlug ganz uneigennützig Spargelessen vor. Nur leider hatten wir die Rechnung ohne den Wirt gemacht: es gab noch keinen Spargel. In keinem der umliegenden Restaurants Ich hätte heulen können – und aß stattdessen fettige Scholle.

Gestern Abend war es nun soweit: Ich orderte via Skype bei meinem Freund zu Hause Spargel, neue Kartoffeln sowie Sauce Hollandaise. Er ging brav einkaufen und ich freute mich wie eine Schneekönigin auf das leckere Abendmahl. Ganz süß fragte er, als ich hungrig zu Hause ankam, ob die zwei Bund Spargel nicht zuviel seien? Er hätte nicht ganz gewusst, wie viel er eigentlich kaufen sollte… ZUSAMMEN, jawohl, haben wir den Spargel ruck-zuck geschält (natürlich mit einem super-duper Spargelschäler) und trotz kleiner Verletzung seinerseits (ich frage mich bis heute, wie man sich am Spargelschäler schneiden kann), hatte ich keine 45 Minute später meinen frischen Spargel auf dem Tisch.

Serviert mit frischen Kartoffeln, Sauce Hollandaise, spanischen Serano-Schinken aus Mallorca (da war ich über Ostern) und super leckeren Rosé-Wein Marke „Lancers“ (der beste Wein überhaupt). Ich bin glücklich – und gerade auf der Suche bei LECKER.de nach neuen Spargel-Rezepten. Vielleicht mache ich am Wochenende überbackenen Spargel…

(Martina Kleinke)