
Magenknurren. Speichelfluss. Ein nervöses Zucken des Augenlids. Der Anblick eines Parmaschinkenbrotes in der Hand meiner besten Freundin hat mich, langjährige Vegetarierin, aufgerüttelt und mir zu folgender Erkenntnis verholfen: Mein Körper braucht Fleisch!
Drei Jahre ist das jetzt her - und die Laune, die mich einst in die Enthaltsamkeit trieb, selbst für mich heute nicht mehr nachvollziehbar. Spaghetti Bolognese koche ich mit der Extra-Portion Hack. Als Geburtstagsessen wünsche ich mir wahlweise Gulasch, Rouladen oder Minutensteaks. Ich kann an keiner Wursttheke vorbeigehen, ohne mir vorzustellen, wie die freundliche Fleischfachverkäuferin eine zusammengerollte Scheibe Gesichtswurst über die Theke reicht.
Und nun stelle man sich meinen Gesichtsausdruck vor, als ich mit meiner Currywurst to go, wie sie stattlicher nicht hätte sein können, das Büro betrat! Um eines klar zu stellen: Ich hasse Fußball, Dosenbier und Autorennen. Ich LIEBE Shopping, pinken Nagellack und Pumps. Doch diesem in Ketchup wahr gewordenen Traum konnte ich trotz meines doppelten X-Chromosoms unmöglich widerstehen! Geschätzte 100.000-Trillion Kalorien und dem damit einhergehenden Gefühl, nicht mehr vom Schreibtischstuhl bis zum Monitor denken zu können, später bereute ich die Currywurst-Entscheidung bitterlicht. Von einem langfristigen Lerneffekt sollte man bei mir als eingefleischte Fleischfreundin aber nicht ausgehen...
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(Nina Heitele)



